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IIK Newsletter September/Oktober 2020

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Der Sommer war gut. Unsere Deutschkurse sind voll, Netzwerktreffen florieren, Sozialberatung ist gefragt, und auch unsere interkulturelle Treffen und in vorsichtigem Maße auch unsere Veranstaltungen finden statt - nun oft unter freiem Himmel.

Was prägt die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung?

Am 29. August in Berlin versuchten Neonazis mit schwarz-weiß-roten Flaggen aus den Reihen der 38.000 Corona-Demonstrierenden heraus den demokratischen Reichstag zu erstürmen. Wir sind schockiert und wütend über die Bilder, die uns an 1933 erinnern. Wer Seite an Seite mit Neonazis demonstriert, der toleriert und akzeptiert Rassismus und Gewalt!

Rassismus und Polizeigewalt führten im Mai in den USA zum Tod von George Floyd. Die daraus hervorgehenden Proteste haben sich zu globalen Bewegungen entwickelt, die den Kampf gegen (strukturellen) Rassismus, gegen Ausgrenzung und gegen Nationalisierung vorantreiben (#BlackLivesMatter).

Im September ist das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos abgebrannt, die Situation der mehr nahezu 13.000 Betroffenen weiterhin katastrophal. Die Bundesregierung ist nur bereit, einen kleinen Bruchteil der obdachlosen Schutzsuchenden aufnehmen. Dabei sind laut dem Bündnis "Seebrücke" in Deutschland über unzählige Städte und Kommunen bereit, sofort Menschen aufzunehmen. Tausende demonastrierten bereits für eine menschenwürdige Aufnahme der Flüchtlinge. Hier im Newsletter findet ihr einige Vorschläge, was jede*r konkret für die Schutzsuchenden auf Moria & Co jetzt tun kann.
IIK auf der Demo gegen Rassismus in Hannover

AKTION GEGEN RASSISMUS UND POLIZEIGEWALT

"Black lives matter" - Kundgebung auf dem Opernplatz in Hannover

Im Gedenken an den Mord an George Floyd in den USA und als Statement gegen rassistisch-motivierte Gewalt hierzulande gingen am 6. Juni 2020 auch in Hannover Tausende auf die Straße.

"Wir sind hier gegen Rassismus und Polizeigewalt!" Mit 1.000 Teilnehmer*innen war gerechnet worden, es kamen an diesem Samstagnachmittag fast zehnmal so viele. "Justice for Floyd", "Black lives matter", "Zusammen gegen Rassismus", "No justice - no peace" - so die Parolen auf Pappschildern, die die Teilnehmenden auf dem völlig überfüllten Opernplatz hochhielten. Es waren überwiegend ganz junge Menschen, die hier - mobilisiert über Soziale Medien - auf die Straße gingen, darunter auffällig viele Frauen und Mädchen. Corona bedingt trugen alle Masken und versuchten, trotz drangvoller Enge einen Mindestabstand einzuhalten. Ordnerinnen ermahnten die Menge immer wieder an diese Auflagen der Polizei, die sich taktvoll im Hintergrund hielt.

Mit dabei waren auch das MiSO-Netzwerk Hannover sowie die Initiative für Internationalen Kulturaustausch IIK aus Linden, die sich seit über 30 Jahren für eine offene und interkulturelle Gesellschaft ohne Rassismus einsetzt. IIK-Leiterin Lipi Mahjabin Ahmed: „Als eine braunschwarzhäutige Frau sage ich nur, kein weißer Mensch kann jemals den Rassismus so spüren, wie wir. Wenn ihr uns verstehen wollt, respektiert unsere Leiden. Wir wollen nicht mehr."

"We stand with you" und "Let's all be part of the change" - nur zwei der Botschaften aus Hannover an die Protestierenden in den USA, wo ein selbstherrlicher Präsident sich als "Law and Order"-Mann brüstet und die Nation mit seinen rassistischen Hasstiraden spaltet. Der 46-jährige Afroamerikaner George Perry Floyd war am 25. Mai 2020 in der Großstadt Minneapolis durch einen Polizisten getötet worden. Der mittlerweile des Mordes angeklagte Polizist kniete acht Minuten und 46 Sekunden auf Floyds Genick, bis dieser erstickte. Seitdem gibt es weltweit Proteste und Solidaritätsbekundungen.

MiSO-Vorstand mit Forderungen bei Oberbürgermeister Onay

IIK mit MiSO trifft OB Onay
Die Geschäftsleitung der IIK, Mahjabin Ahmed, war am 14. September 2020 in ihrer Funktion als Vorstandmitglied von MiSO (MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover e.V.) zu Besuch beim Oberbürgermeister Belit Onay.
Der Vorstand von MiSO überreichte Onay einen offenen Brief mit Forderungen zu den Themen „Partizipation und Teilhabe“ sowie „Diskriminierung und Rassismus“.

Mehr Infos zu den Forderungen von MiSO

IIK SOZIALBERATUNG

Auswirkungen von Corona

Für unsere Geflüchteten und Migrant*innen hat das Coronavirus viele asylrechtlichen Unsicherheiten und Aussetzungen vom Familiennachzug erbracht. Fake News, mangelnde Berichterstattung in verschiedenen Sprachen oder schwere Auffindbarkeit von Übersetzungen brachte weitere Unklarheiten. Außerdem verloren viele erwerbstätige Geflüchtete - trotz vieler Qualifikationen oft im Niedriglohnsektor untergekommen - ihre Arbeit oder mussten in Kurzarbeit gehen (im Juli gab es in der Gruppe der Geflüchteten knapp 27 Prozent mehr Arbeitslose als im März*).

Aber es gibt auch schöne Dinge zu berichten, z.B. Yassines erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Koch:

Aufenthaltstitel durch Ausbildung

Yassine ist Koch ! Mit IIK Unterstützung
Yassine ist nun gelernter Koch!
Im Juli 2020 hat er seine IHK Prüfung als Koch geschafft und somit seine Ausbildung erfolgreich beendet: Yassine ist ein wichtiger Meilenstein für seine berufliche und aufenthaltsrechtliche Situation in Deutschland gelungen.
Vor knapp 5 Jahren kam Yassine aus Marokko nach Deutschland und zur IIK. Im Sommer 2017 konnte er seinen Aufenthalt in Deutschland durch eine Ausbildung mit einer Ausbildungsduldung für weitere Jahre sichern.

Bei Soulkitchen in Hannover fand er einen der besten Ausbildungsplätze als Koch – alle 14 Tage verwöhnt das kleine aber sehr feine Restaurant in Linden Mitte seine Gäste mit einer neue sehr exquisiten internationale Speisekarte.

IIK VERANSTALTUNGEN

Veranstaltungsreihe:

"Mein Weg zum Beruf" - Migrant*innen berichten

Wege zum Beruf der IIK
Am 24. September veranstalteten wir unseren dritten Orientierungsworkshop „Mein Weg zum Beruf“ für Geflüchtete und Migrant*innen in der Warenannahme auf dem Faust-Gelände.
Die drei Workshops im Juni, August und September diesen Jahres wurden von der IIK und dem ADV Nord organisiert und liefen im Rahmen von „Wir leben in Hannover – eine bunte Verbindung“ des Netzwerks ALBuM in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover. Bei der Veranstaltungsreihe ging es um Chancen und Probleme auf dem deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt, wobei jede Veranstaltung einen eigenen Schwerpunkt hatte. 
Grafik mit Fragen zu Wege zum Beruf
Migrant*innen berichteten von ihrem Weg zum Beruf in Deutschland, Sie gaben Tipps, machten den Teilnehmenden Mut und gaben Hoffnung. Nach den Interviews, Diskussionen und Fragen gab es bei allen Veranstaltungen einen gemütlichen Abschluss mit bengalischem Fingerfood und Getränken
Fokus dieser letzten Veranstaltung im September war Berufsausbildung und Berufsanerkennung im Handwerk. Im Gespräch mit dabei waren Mohammad Al Jamoor aus Afghanistan und Ahmed Moussa aus Syrien. Mohammad Al Jamoor hatte in Afghanistan seine eigene Tischlerei und ist nun in Hannover im zweiten Ausbildungsjahr als Tischler.
Ahmed Moussa begleitet die IIK schon lange, ist inzwischen Botschafter des Projekts IHAFA (Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber) und möchte im Winter seine Gesellenprüfung zum Informationselektroniker ablegen.
Die beiden Experten dieser Veranstaltung ermutigten die Teilnehmenden Fragen zu stellen. Wichtig sei außerdem Neugierde, Interesse und Freude an der Arbeit - dies ebne den Weg in ein erfolgreiches Berufsleben. Die beiden Talk-Gäste wurden von Fred Luszick von der Handwerkskammer Hannover unterstützt, der das Projekts IHAFA leitet und Tipps gab, um eine handwerkliche Ausbildung oder Arbeit in einem geeigneten Betrieb zu finden. Neben ausreichender Sprachkenntnisse und Kommunikationssicherheit sei ein erster Schritt, ein Praktikum zu absolvieren.
IIK Veranstaltung Juni 2020

Abschlussrunde

Workshop Juni 2020
Gemüsetaschen bei IIK Veranstaltung

Gemeinsames Essen

Workshop August 2020
Talkrunde Wege zum Beruf

Experten im Gespräch

Workshop September 2020

Fortbildungen der IIK

IIK Fortbildung interkulturelle Kompetenz
Am 26. September nahmen die Unterstützer*innen der IIK an einer Fortbildung der IIK zu "interkultureller Kompetenz" teil. Der Kompetenztrainer Andreas Sedlag stellte aus der Forschung entwickelte Theorien vor, wie Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund kommunizieren. Zusammen mit ihm entwickelte die Gruppe Herangehensweisen und Strategien zur Lösung von interkulturellen Konflikten.
Das Thema der nächsten Fortbildung für unsere Ehrenamtlichen am 10. Oktober ist "Wertschätzende Kommunikation und Konfliktkompetenz". Wir freuen uns, dass uns Andreas Sedlag auch durch diesen Workshop führt.

IIK "MOVE IT"

Interkulturelles Projekt zur Teilhabe

Das Projekt ‚Move it – du bewegst‘ hat das Ziel, junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung bei ihrer Kompetenzerweiterung zu unterstützen, ihre Identität zu festigen und zu zivilgesellschaftlichem Engagement zu ermutigen. Möglichkeiten zur Teilhabe erarbeiten wir uns in drei verschiedenen Bildungsbereichen: Demokratie und Gleichstellung, Medienkompetenz und Meinungsfreiheit sowie Selbstkompetenz.
Wir freuen uns immer über Besuch auf unserer neu aufgesetzten Projekt-Website:
moveit.iik-hannover.de

Treffen zum Komplex Demokratie und Gleichstellung

Subtile Alltagsdiskriminierung, Hetze im Internet und rassistische Gewalttaten - Rassismus ist allgegenwärtig. Zu freien Demokratien gehört auch die Gleichstellung der Geschlechter. Unser drittes Thema für diesen Komplex war Inklusion.
Move it Gender Gleichstellung

"Gender - das soziale Geschlecht"

Gleichberechtigung der Geschlechter beginnt mit gleicher Teilhabe an persönlichen Entiwcklungsmöglichkeiten. Wie sind wir aufgewachsen?

Mehr Infos zum Treffen
Arbeitsmappe Rassismus Move it

"Rassismus"

Wir sprechen über die Black Lives Matter Bewegung,
aber auch viel über eigene Erfahrungen mit Rassismus, unsere Wünsche
und Hoffnungen für unsere Zukunft.

Mehr Infos zum Treffen
Move it Inklusion

"Inklusion"

Wir erarbeiten uns den Unterschied zwischen "Integration" und Inklusion". Wie verändern wir die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, damit jeder teilhaben kann?

Mehr Infos zum Treffen

Treffen zum Komplex "Medienkompetenz und Meinungsfreiheit"

Wir befassen uns mit Medien, ihrer Wirkung und Möglichkeiten, sie aktiv zu nutzen. Was bedeutet für uns Meinungsfreiheit, was sind ihre Chancen und Grenzen?

Move it Fotos machen von visuellen Barrieren Inklusion

"Inklusion: mediale Spurensuche"

"Teilhabe statt Barrieren":
Orte, die nicht barrierefrei sind, verhindern Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Mit unseren Smartphones sind wir räumlichen Barrieren in unserem Stadtviertel auf der Spur. 

Mehr Infos zum Treffen
Grafik

"Kommunikation mit Mediengestaltung"

Mit der App Snapseed üben wir Bildbearbeitung mit kleinen Gesten am Smartphone.

Dazu nutzen wir unsere selbstgeschossenen Fotos von visuellen Barrieren im Stadtviertel.

Mehr Infos zum Treffen
Bildbearbeitung mit GIMP

"Digitales Malen"


Mit dem kostenfreien Bildbearbeitungsprogramm GIMP lassen wir unserer Kreativität freien Raum.




Mehr zu unserem Treffen und zur Bildbearbeitung mit GIMP

Treffen zum Komplex "Selbstkompetenz"

Wir wollen unsere Stärken herausfinden und schlafende Fähigkeiten in uns zum Leben erwecken. Worin sind wir gut? Was macht uns Spaß? Eine starke Integration braucht die Kompetenzen und Potenziale aller Menschen in Niedersachsen. Wir wollen diese erkennen, aufbauen und in ihrer Anwendung unterstützen. Individuelle Fähigkeiten bedeuten kreative Teilhabe.
Move-it Selbstkompetenz

"Vision Boards"

Wir haben "Vision Boards" (deutsch: Zielcollagen) gebastelt.

Jetzt haben wir unsere Träume und Ziele jederzeit im Blick.


Mehr Infos zum Treffen
Move it Selbstkompetenz

"Recycling"

Mülll Müll Müll - wie können wir unsere Müllproduktion verringern?

Wir planen verschiedene Einsätze für Plastikflaschen.


Mehr Infos zum Treffen
Move-it Selbstkompetenz

"Masken nähen"

Gemeinsam haben wir zunächst unser eigenes Wissen über den Mund-Nasen-Schutz getestet und anschließend folgte eine Anleitung zum Nähen von Gesichtsmasken.

Mehr Infos zum Treffen

IIK "MITEINANDER 55+"

Treffen in kleiner Runde

Miteinander 55+ IIK
Hähnchenreis Miteinander 55+ IIK
Auch unsere langjährige interkulturelle Gruppe "Miteinander55+" trifft sich seit Ende Mai unter Einhaltund der Hygienebestimmungen und Abstandsvorgaben. Das Bildungsangebot für Erwachsene ab 55 Jahren findet in "kleiner Runde" statt, derzeit können also keine neuen Menschen hinzukommen.

In den bisherigen Treffen kam trotz der Abstands- und Hygienmaßnahmen eine herzliche Stimmung auf, unsere Miteinanders lachten, erzählten, kochten, diskutierten und aßen gemeinsam - gerne werden die Treffen mit künstlerischen Aktionen verbunden.

Nächstes Treffen: Donnerstag, 8. Oktober 2020

HILFE FÜR MORIA

Wie können wir alle konkret helfen?

Das völlig überfüllte Lager Moria ist zu großen Teilen abgebrannt. Von den 13.000 Menschen sind die meisten bereits in einem neuen Lager auf der griechischen Insel Lesbos untergebracht worden - ein Bruchteil nur wurde bisher von der Bundesregierung aufgenommen.

Wie können wir helfen?
Hier ein paar Möglichkeiten, wie wir alle jetzt konkret schutzsuchende Menschen auf ihrer Flucht, in den Flüchtlingslagern und auf dem Meer unterstützen können:
  • Internationale Petition unterschreiben für eine sofortige Evakuierung der Geflüchteten: www.change.org
  • Einer Politikerin oder einem Politiker schreiben, hier eine Textvorlage dafür: leavenoonebehind2020.org/act/
  • Freiwilliges Engagement vor Ort, mindestens 3-6 Monate : Besonders dringend helfen können Jurist*innen, Mezinier*innen, Sozialarbeiter*innen oder Psycholog*innen (auch im Studium). Unterstützer*innen in der Logistik oder im Transport werden auch gesucht.
    Wer mehrere Sprachen spricht, z.B. Farsi, Französisch oder Arabisch, kann besonders gut in der Kommunikation aushelfen.
  • Finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisationen vor Ort. Auf folgender Website von der Seebrücke gibt es eine Liste mit Hilforganisationen: seebruecke.org
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Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V. (IIK)
Zur Bettfedernfabrik 1
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